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JA zur Eishalle

In der Gemeinderatssitzung vom 09.12.2025 wurde der Grundsatzbeschluss zur Sanierung der Echte-Helden-Arena gefällt. Unsere Fraktion hat diesem Beschluss einstimmig zugestimmt. Die Rede unseres sportpolitischen Sprechers Arno Heger können Sie hier nachlesen:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wayne Gretzky, der wohl beste Eishockeyspieler aller Zeiten, welcher auch schon in der Freiburger Eishalle gespielt hat, sagte einmal „Du verfehlst 100 % der Torschüsse, die du nicht machst“.
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ch denke, dass dieses Zitat die Situation um den Freiburger Eissport in den letzten Jahren/ Jahrzehnte sehr gut darstellt. Viele Überlegungen, viele Gutachten und viele Beschlüsse wurden erstellt. Ziel war es immer gewesen, die in die Jahre gekommene und marode Freiburger Eishalle in der Ensisheimer-Straße zu sanieren oder bestenfalls sogar neu zu bauen. Das ist in der Vergangenheit leider immer wieder gescheitert. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Es liegt nun aktuell ein ziemlich konkreter Plan für eine Generalsanierung der Echte – Helden – Arena vor. Diese Generalsanierung soll die bestehende Eishalle modernisieren, für die Profis ligatauglich und für den Breitensport attraktiver machen.

Wir haben also nun die Gelegenheit den von Wayne Gretzky genannten Torschuss zu machen und ihn bestenfalls auch zu verwandeln. Aber das wird nicht einfach. Wie sagte gestern Michael Müller in einem persönlichen Gespräch zu mir: „das ist wie eine Operation am offenen Herzen ohne Narkose“. Ja, so sehe ich das auch. Es sind in drei Jahren, immer in der Sommerpause, massive Baumaßnahmen durchzuführen. Das ist mit erheblichen Einschränkungen für die Mannschaften und Ehrenamtlichen verbunden und freilich auch mit Risiken belastet. Aber es ist auch ohne Alternative.
Natürlich würde ich mir persönlich einen Neubau einer Eishalle wünschen. Ein Neubau wäre in vieler Hinsicht sinnvoll. Ich denke, dass die Risiken wohl geringer und die Gestaltungsmöglichkeiten größer wären.


In der aktuellen Haushaltslage ist ein Neubau schlicht nicht abbildbar. Die finanziellen Spielräume sind eng, und wir tragen Verantwortung für den gesamten städtischen Haushalt – nicht nur für ein Einzelprojekt, so wichtig es auch ist. Wir haben hier und heute die wohl realistischste Chance seit Jahren, die Eishalle zu ertüchtigen und auf ein gutes Niveau zu bringen. Wir haben die Chance, dass der Eissport in Freiburg eine gesicherte Zukunft bekommen wird. Das hat der Eissport in Freiburg auch verdient.

Die nun vorliegende Lösung, die Sanierung der Eishalle mit Gesamtkosten von rund 39 Millionen Euro, ist keine leichte Entscheidung. Sie ist teuer, sie ist herausfordernd – aber sie ist unter den gegebenen Bedingungen die einzig realistische Möglichkeit, den Eissport in Freiburg zu sichern. Mit dieser Sanierung erhalten wir eine funktionierende Infrastruktur für viele Jahre. Gestern war ich in der Eishalle und habe mich nochmals vor Ort überzeugen können, unter welch widrigen Umständen die Profis dort untergebracht sind und trainieren.

Auch die Umkleidekabinen und Duschen für die Jugendmannschaften sind in einem sehr schlechten Zustand. Man muss schon den Hut vor den vielen Ehrenamtlichen des Vereins, der Vorstände, der Trainer, Betreuer und der Spieler ziehen, dass sie unter derart widrigen Umständen ihrem Eissport nachgehen.
An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich dem Ehrenamt danken: den Trainerinnen und Trainern, den Helferinnen und Helfern, den Eltern und Engagierten, die Woche für Woche unzählige Stunden investieren. Ohne dieses Engagement wäre die Eishalle nicht das, was sie heute ist. Politik hat etwas mit Verlässlichkeit zu tun. Für uns als CDU-Fraktion steht es daher außer Frage, diesem Grundsatzbeschluss zur Generalsanierung der Echte – Helden – Arena zuzustimmen. Freiburg ist Sportstadt. Dies soll keine Floskel sein, sondern dies vertrete ich mit voller Überzeugung. Zu einer Sportstadt, gerade am Fuße des Schwarzwalds, gehört auch Eissport: Profi-Eishockey, Nachwuchs-Eishockey, Eiskunstlauf und auch Publikumslauf.

Der Gemeinderat soll heute die Verwaltung unter anderem auch dazu beauftragen, auf Basis der Machbarkeitsstudie und nach Vorliegen ausreichender Finanzierungszusagen die Planungen bis einschließlich Leistungsphase drei zu beauftragen und einen Baubeschluss vorzubereiten. Darüber hinaus soll auf Basis der Machbarkeitsstudie bis Ende 2026 ein Finanzierungs-, Organisations-, Realisierungs –und Betriebskonzept vorgelegt werden. Mitgeteilt wurde seitens der Verwaltung bislang, dass die Generalsanierung wohl 39 Millionen € kosten wird. Der EHC Freiburg hat sich im Rahmen von Vorgesprächen dazu verpflichtet, hiervon 9 Millionen € zu tragen. Darüber hinaus erhofft man sich seitens der Verwaltung nicht unerhebliche Zuschüsse.

Ich erinnere an das Zitat von Michael Müller zu Beginn meiner Ausführungen, dass es sich bei der bevorstehenden Generalsanierung um eine Operation am offenen Herzen ohne Narkose handelt.
Damit ist klar ausgedrückt, dass ein nicht unerhebliches Kostenrisiko besteht. Wir hoffen alle, dass sich die Kosten in dem vorgesehenen Rahmen bewegen. Wir wissen aber nicht, ob dies gelingt und sind wir doch ehrlich, so wissen wir, dass bei vielen Bauprojekten, die angedachten Kosten nicht ausreichen.

Und im laufenden OB-Wahlkampf ist es natürlich schöner, wenn man Wünsche versprechen kann und nicht zu sehr Risiken in den Vordergrund stellt. Insofern gehört es aus unserer Sicht auch zur Wahrheit und zur Ehrlichkeit dazu, dass schon in der frühen Planungsphase darüber gesprochen werden muss, wie mögliche Mehrkosten aufgefangen werden können.

Wir als CDU-Fraktion standen und stehen hier in Freiburg für eine solide Finanzpolitik und haben daher einen entsprechenden Ergänzungs – bzw. Änderungsantrag gestellt. In dem Zusammenhang finde ich es befremdlich, wenn aufgrund dieser Anträge kolportiert wird, damit solle verhindert werden, dass die Generalsanierung erfolgen soll. Das Gegenteil ist richtig. Die Generalsanierung soll und muss durchgeführt werden. Es soll aber auch, und das gehört zu einer verlässlichen, soliden und transparenten Politik dazu, über Risiken und Risikoverteilung im Vorfeld gesprochen und bestenfalls Einigung erzielt werden. Wie dies konkret aussieht, sehe ich derzeit vollkommen Wertungsneutral.
Man muss sich nur im Klaren sein, wenn Mehrkosten entstehen und die Stadt diese Mehrkosten zu tragen hat, fehlen diese Gelder an anderer Stelle. Das gehört zur Wahrheit und zur Ehrlichkeit dazu.
Eine derartige Regelung trägt darüber hinaus auch zur Kostendisziplin bei. Wenn man den Beteiligten einen Persilschein ausstellt, ist es natürlich immer einfacher mit fremden Geld großzügig umzugehen. Wenn man aber weiß, dass die Kosten gedeckt und gegebenenfalls Mehrkosten verteilt werden müssen, hält man sich auch eher an eine Kostendisziplin.

Gerne schließe ich nochmals mit einem Zitat von Wayne Gretzky. Er sagte
„ich laufe dort, wo der Puck sein wird, nicht da, wo er war“. Wir als CDU-Fraktion werden dem Grundsatzbeschluss zustimmen. Wir stehen für den Eissport in Freiburg, sowohl für die Profis, den Nachwuchs und den Breitensport. Wir stehen aber auch für eine solide, transparente Finanzpolitik und sehen es daher als notwendig an, dass über wirtschaftliche Risiken gesprochen wird. Wir sind auch den vielen anderen Vereinen und Institutionen verpflichtet, welche auf städtische Förderungen angewiesen sind.