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Amtsblatt Nr. 733: Quote Dietenbach / Junge Wohnungslose im Fokus

Der Mix macht’s!

Heute schon eine starre 50%-Quote für den neuen Stadtteil Dietenbach zu beschließen: Das halten wir weiterhin für einen Fehler. Stattdessen müssen wir alles daran setzen, dass der neue Stadtteil auf den Weg gebracht wird, und dafür unsere Kräfte bündeln.

Die CDU-Fraktion wird das Projekt Dietenbach nicht wegen überzogener Anforderungen riskieren.

Stattdessen ist ein realistischer Blick geboten. Und dieser zeigt einerseits, dass sich die überwiegende Mehrheit des Gemeinderats mit Blick auf die große Linie einig ist: Unsere gemeinsame Überschrift für Dietenbach lautet, dass wir für alle Bevölkerungsgruppen bezahlbaren Wohnraum durch verschiedene Modelle schaffen wollen. Andererseits sind die realen Probleme und Bedürfnisse komplexer, als es einfache Botschaften vermitteln können. Am Ende haben wir ein Gesamtprojekt zu bewerten. Der Stadtteil Dietenbach wird nicht aus 50, sondern aus 100% Wohnbebauung bestehen.

Offen bleibt bei der Quotendebatte auch die Frage der Finanzierbarkeit. So gilt es zunächst abzuwarten, ob und in welchem Umfang Bund und Land bereit sind, die Bedingungen für den geförderten Wohnungsbau so zu verbessern. Auch die Kräfte, die nötig sein werden, um ein Areal wie Dietenbach insgesamt zu bebauen, werden nicht allein mit Kleinstprojekten und Genossenschaften zu erzeugen sein. Wir werden zur Realisierung alle Akteure der Wohnungswirtschaft brauchen. Diese gilt es einzubinden, nicht  abzuwimmeln.

Am Ende hat es einen Kompromiss zu geben, der die Bedürfnisse der Freiburgerinnen und Freiburger abdeckt. Sicherlich werden auch diejenigen, die heute vehement eine starre Quote vertreten, mehr Flexibilität beweisen müssen, wenn es darum geht, viele bezahlbare Wohnungen zu schaffen, oder eben keine einzige.

Junge Wohnungslose im Fokus

Ende November haben wir im Rahmen unserer jährlichen öffentlichen Veranstaltung zur Situation der Wohnungslosen in unserer Stadt die Anlaufstelle der Freiburger Straßenschule in der Schwarzwaldstraße besucht.

Unsere Stadträte Dr. Klaus Schüle und Martin Kotterer konnten zusammen mit Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach wieder viele interessierte Veranstaltungsbesucher begrüßen.

Deutlich wurde, dass die Hilfe für junge Wohnungslose eine besondere Anpassung in der Herangehensweise der Bedarfslagen bedeutet.

Eine bedarfsgerechte Infrastruktur zeigt sich hier als wichtiger Schritt weg von der Straße. Hier bietet die Freiburger Straßenschule nicht nur einen geschützten Rahmen in Form eines Türöffners, sondern auch viele Hilfsangebote z.B. eine Postadresse, Wasch- und Kochgelegenheit, Zugang zum Internet, Lagermöglichkeit, gemeinsam „unter sich sein“ und Kreatives zu tun.

Besonders der kreative Bereich dient zur Energiegewinnung, um das durch vielfältige Ursachen aus der Bahn geratene Leben wieder selbst zu gestalten.

Ein weiterer wichtiger Schritt, neben der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, ist die Unterstützung der jungen Wohnungslosen durch den Ausbau der niederschwelligen Angebote, wie sie durch die Freiburger Straßenschule in vielfältiger Weise angeboten werden.

Unser herzlicher Dank gilt hier, stellvertretend für alle Mitarbeiter und Unterstützer der Freiburger Straßenschule, Frau Schäfer, Frau Lorenz, Frau Devic und Herrn Klippstein.