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Anfrage: Abenteuerspielplatz Freiburg

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Anfrage nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Abenteuerschule Freiburg e.V. hat uns darüber informiert, dass die Arbeit des Abenteuerspielplatzes aktuell gefährdet ist. Der Baumbestand auf dem Abenteuerspielplatz besteht zu großen Teilen aus überalterten Pappeln. Diese bergen die Gefahr von so genanntem Grünholzbruch: Trotz engmaschiger Kontrollen ist es möglich, dass grüne und vital wirkende Äste bei stärkerem Wind abgeworfen werden können.

Im Februar 2017 wurde deshalb in einem Gespräch mit dem GuT vereinbart, dass die Bäume gefällt und ersetzt werden müssen. Dies sollte sukzessive innerhalb von 10 Jahren geschehen, um die Beschattung und damit ein angenehmes Klima zu erhalten. Ein vom GMF beauftragtes Gutachten – erstellt von Baumpathologen – kam im Ergebnis zu der dringenden Empfehlung, unter den Pappeln keine Zelte aufzubauen und die Pappeln im Hüttenbereich noch in der Saison 2018/19 wegzunehmen und durch Neupflanzungen zu ersetzen.

Von den sieben beantragten Fällungen betroffener Bäume wurden jedoch nur drei durch das GMF genehmigt.

Die auf dem Platz verteilten Bäume bleiben weiterhin eine Gefahr für die Kinder, die Ehrenamtlichen sowie auch für die Mitarbeiter_innen. Bei windigem Wetter muss die Einrichtung geschlossen bleiben, das Sommerlager als Zeltlager mit Übernachtung kann nicht mehr angeboten werden. Bei Sturm, so der Hinweis, soll das Gelände nicht betreten werden, was aufgrund der dortigen Tierhaltung absolut nicht praktikabel ist. So musste das Jahresabschlussfest am 8.12. kurzfristig abgesagt werden.

Die Situation ist so nicht tragbar. Für uns ist bislang nicht nachvollziehbar, weshalb vier der sieben beantragten Fällungen nicht genehmigt wurden. Durch die Nachpflanzungen ist ein nachhaltiger Baumbestand eindeutig gesichert.  Der Abenteuerspielplatz selbst ist ökologisch ausgerichtet und garantiert Ersatzpflanzungen. Die uneingeschränkte Nutzung der jugendpolitisch, bildungspolitisch und gerade für den Stadtteil Weingarten bedeutenden Einrichtung muss schnellstmöglich gewährleistet werden.

Wir bitten Sie daher um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Wieso wurden vom GMF lediglich die drei Fällungen genehmigt?
  1. Wann können die restlichen vier beantragten Fällungen im Hüttenbereich genehmigt und spätestens durchgeführt werden?
  1. Bis wann werden alle Pappeln gefällt werden, um eine optimale Sicherheit zu gewährleisten?

Für die Beantwortung bedanken wir uns bereits vorab.

Mit freundlichem Gruß

Berthold Bock

stv. Vorsitzender

Antwort der Stadtverwaltung vom 01. Februar 2019:

Sehr geehrter Herr Stadtrat Bock,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 11.12.18 an Herrn Oberbürgermeister Horn. In
Absprache mit dem Oberbürgermeister antworte ich Ihnen gerne auf Ihre Fragen bezüglich
des Pappelbestandes auf dem Abenteuerspielplatz.
Die Fachämter Gebäudemanagement (GMF) und Garten- und Tiefbauamt (GuT) haben
nach den Feiertagen in einer Ortsbegehung mit der Abenteuerschule einen Konsens
gefunden, der allen Belangen Rechnung trägt. Im Einzelnen beantworte ich Ihre
Fragen wie folgt:

1. Wieso wurden vom GMF lediglich die drei Fällungen genehmigt?
Es wurden vom GuT zunächst fünf, mittlerweile sechs Fällungen genehmigt.

2. Wann können die restlichen vier beantragten Fällungen im Hüttenbereich
genehmigt und spätestens durchgeführt werden?
Alle genehmigten Fällungen sind beauftragt und werden bis spätestens Mitte Februar
ausgeführt. Darüber hinaus wurden drei weitere Bäume zurückgeschnitten.

3. Bis wann werden alle Pappeln gefällt werden, um eine optimale Sicherheit zu
gewährleisten?

Das Garten- und Tiefbauamt hat zwei weitere Fällungen für Ende 2019 in Aussicht
gestellt. Das über 2019 hinausgehende weitere Vorgehen wird jeweils anhand einer
Ortsbegehung nach Besichtigung des aktuellen Baumzustandes neu festgelegt. Die
Wiederbepflanzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Nutzern des Abenteuerspielplatzes.
Für die Verwaltung gilt es grundsätzlich abzuwägen, welche Bäume tatsächlich gefällt
werden müssen. So haben wir auch die Bestandserhaltung der Bäume im Stadtgebiet
Freiburg, insbesondere der Sicherung eines ausgewogenen Naturhaushaltes,
immer im Blick und versuchen dies soweit möglich auch entsprechend zu berücksichtigen.
Die Sicherheit bei „Normalwetterbedingungen“ war zu keiner Zeit in Frage gestellt.
Es ist mir wichtig darauf hinzuweisen, dass es mit oder ohne Fällungen keine absolute
Sicherheit gibt. Beim Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren, wie die sommerliche
Sturmwarnung, liegt es nach wie vor im verantwortungsvollen Ermessen der
Verantwortlichen das Gelände rechtzeitig zu verlassen.

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Prof. Dr. Martin Haag
Bürgermeister